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an der Beruflichen Oberschule Bad Tölz

Die Ausbildung eines Lehrers an beruflichen Schulen gliedert sich grob in zwei Ausbildungsabschnitte. Zunächst muss er an einer Hochschule ein fachliches und pädagogisches Studium in zwei Fächern erfolgreich absolvieren. Hierbei studiert er ein Fach vertieft (Erstfach) und ein weiteres nicht vertieft (Zweitfach). Zusätzlich muss jeder Referendar eine einschlägige Berufsausbildung oder ein entsprechendes, mindestens zwölfmonatiges Berufspraktikum nachgewiesen haben.
Anschließend wird mit einem zweijährigen Referendariat die Ausbildung abgeschlossen. Im ersten Jahr des Referendariats leisten die sogenannten Seminarschulen einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Ausbildung von Studienreferendaren.

Seit Beginn des Schuljahrs 2003/04 darf sich die FOS/BOS Bad Tölz auch Seminarschule für das Unterrichtsfach Mathematik nennen. Wurden in den Anfangsjahren drei bis vier Referendare pro Schuljahr ausgebildet, ist die Zahl im laufenden Schuljahr bereits auf 6 Referendare angestiegen. Diese haben, wie bereits oben kurz erwähnt, erfolgreich die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen nach der LPO I oder die Diplomprüfung für Wirtschaftspädagogen (Diplom-Handelslehrer) abgeschlossen und vervollkommnen nun hier ihre Ausbildung.

Diese gliedert sich in mehrere Inhalte:

Hörstunden: Durch diese Stunden, die besonders zu Beginn der Ausbildung (September – Oktober) stattfinden und bei denen der Referendar den Unterricht eines erfahrenen Lehrers beobachtet, wird ihm die Möglichkeit gegeben, einen Einblick in die Unterrichtswirklichkeit seines Faches zu erhalten. Auch erste Unterrichtsversuche können bereits während dieses Zeitraums erfolgen.

Lehrversuche: Ab dem 3. Ausbildungsmonat wird der Referendar vermehrt zu eigenem Unterricht herangezogen. Dies findet im Rahmen des sogenannten „zusammenhängenden Unterrichts“ statt. Hierbei werden in enger Zusammenarbeit zwischen Studienreferendar, Seminarlehrer und dem Lehrer, der für den Unterricht des Faches in der betreffenden Klasse zuständig ist, eigene Lehrversuche des Referendar durchgeführt und anschließend einer kritischen Analyse unterzogen. Dabei steht selbstverständlich das stetige Fördern des Referendars im Mittelpunkt, so dass eine kontinuierliche Verbesserung des Unterrichtserfolgs gewährleistet ist. Die Verantwortung für die Einhaltung des Lehrplans, die Benotung der Schüler und für Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen trägt aber weiterhin der zuständige Lehrer.

Eigenverantwortlicher Unterricht: Ab dem 7. Ausbildungsmonat kann der Referendar, sofern er als geeignet erscheint, mit bis zu 6 Wochenstunden im Rahmen des eigenverantwortlichen Unterrichts eingesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt trägt der Studienreferendar allein die Verantwortung für seinen Unterricht. Auch die Benotung der Schüler geht nun in seinen Verantwortungsbereich über.

Fachsitzungen: Zusätzlich zu den oben angeführten Ausbildungsinhalten führt der Seminarlehrer, in der Regel vierzehntägig und im Umfang von mindestens fünf Zeitstunden, Fachsitzungen durch, in denen die praktischen Unterrichtsversuche durch theoretische Ausbildungsinhalte untermauert werden. Dies sind unter anderem: Prinzipieller Aufbau einer UnterrichtsstundeRichtige Gestaltung des Tafelbilds, eines Arbeitsblatts usw.Durchführung von LernzielkontrollenVerschiedene Sozialformen des Unterrichts Anleitung zur Korrektur von KlassenarbeitenRechtliche Rahmenbedingungen usw.

Prüfungslehrprobe: Während der gesamten Ausbildungszeit muss der Studienreferendar insgesamt drei Prüfungslehrproben abhalten. In der Regel findet die erste Prüfungslehrprobe im Unterrichtsfach Mathematik statt. Hierbei muss der Referendar in einer Klasse, die er entweder aus eigenem Unterricht oder von Unterrichtsbeobachtungen kennt, eine 45-minütige Unterrichtsstunde abhalten. Diese wird anschließend von einer dreiköpfigen Prüfungskommission benotet.
Am Ende des ersten Ausbildungsjahres an der Seminarschule wird der Studienreferendar dann einer Einsatzschule zugewiesen. An dieser wird er von einem Betreuungslehrer während seines zweiten Referendariatjahrs weiter unterstützt und beraten.
Nach zwei Jahren und nach dem erfolgreichen Absolvieren mehrerer didaktischer und pädagogischer Prüfungen ist die Ausbildung des Studienreferendars abgeschlossen und er kann endlich seine Lehrtätigkeit an einer zugewiesenen Schule aufnehmen.



Thomas Schilling, OStR
Seminarlehrer für das Fach Mathematik